TESSUMO-PRINZIP
Das Tessumo-Prinzip: Nicht mehr sehen.
Besser entscheiden.
Warum digitale Arbeitsplätze nicht mehr Informationen, sondern bessere Orientierung brauchen.

Ich wollte keine Software bauen, die mir noch mehr Informationen zeigt.
Davon haben wir genug.
Kontakte, Aufgaben, Termine, Dokumente, Wiedervorlagen, Notizen, E-Mails und Projekte sind längst irgendwo vorhanden.
Das eigentliche Problem beginnt oft erst danach:
Was davon braucht jetzt wirklich meine Aufmerksamkeit?
Genau aus dieser Frage ist der Acta Navigator entstanden.
Das Problem ist nicht zu wenig Information
Viele Systeme sind gut darin, Informationen abzulegen.
Sie zeigen Listen, Datensätze, Kalender und Aufgaben. Doch sobald mehrere Vorgänge gleichzeitig laufen, entsteht schnell eine neue Form von Unübersichtlichkeit.
Nicht weil Informationen fehlen.
Sondern weil zu viele davon gleichzeitig sichtbar werden.
Ein digitaler Arbeitsplatz sollte deshalb nicht möglichst viel anzeigen.
Er sollte helfen, zu unterscheiden.
Was ist überfällig?
Was ist heute fällig?
Was wurde auf heute wiedervorgelegt?
Welche Termine sind relevant?
Wo gibt es einen klaren nächsten Schritt?
Und bei welchem Vorgang hat sich etwas verändert?
Ein Arbeitsleitstand muss unterscheiden
Der Acta Navigator ist deshalb nach einem einfachen Prinzip aufgebaut:
Erkennen → organisieren → erledigen.
Der Leitstand beantwortet zuerst die Frage nach dem Handlungsbedarf.
Von dort führt der Weg direkt in den jeweiligen Vorgang.
Nicht über mehrere Zwischenebenen und nicht erst über eine allgemeine Kontaktansicht, sondern möglichst nah an die Stelle, an der tatsächlich gearbeitet wird.
Dabei bleibt der Arbeitskontext erhalten.
Ein typischer Weg kann zum Beispiel so aussehen:
Leitstand → Vorgang → Dokument → Vorgang → Leitstand
Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail.
Für mich ist es aber ein wichtiger Unterschied.
Denn Software sollte einen Arbeitsfluss nicht ständig unterbrechen, sondern ihn erhalten.
Fälligkeit ist nicht Wiedervorlage
Ein weiterer Punkt war mir bei der Entwicklung wichtig:
Fälligkeit, Wiedervorlage und Termin sind nicht dasselbe.
In vielen Oberflächen verschwimmt das schnell unter Begriffen wie „Fristen“ oder „offen“.
Im Arbeitsalltag bedeuten diese Dinge aber etwas Unterschiedliches.
Ein Termin ist ein Ereignis.
Eine Fälligkeit verlangt eine Erledigung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Eine Wiedervorlage bedeutet: Schau zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder hin.
Diese Unterschiede sollen auch in der Oberfläche erkennbar bleiben.
Visuelle Orientierung statt Dekoration
Ähnlich funktioniert die visuelle Orientierung.
Aufgaben, Termine, Dokumente, Rechnungen, Notizen oder Rückmeldungen erhalten dezente, wiederkehrende Typfarben.
Nicht als bunte Dekoration.
Sondern als Orientierung.
Wer länger mit einem System arbeitet, soll einen Eintrag irgendwann schon erfassen können, bevor er ihn vollständig gelesen hat.
So entsteht mit der Zeit Vertrautheit.
Und Vertrautheit reduziert Reibung.
Nicht vom Menü aus denken
Der Acta Navigator ist bewusst keine fertige Universalsoftware.
Die Demo zeigt vielmehr eine Idee davon, wie ich digitale Arbeitsplätze denke:
Nicht vom Menü aus.
Nicht vom Datenmodell aus.
Nicht von einer möglichst langen Funktionsliste aus.
Sondern von der Frage:
Was muss ein Mensch in diesem Moment erkennen, damit er sinnvoll weiterarbeiten kann?
Technisch steckt darunter natürlich deutlich mehr: Vorgangslogik, Kontakte, Aufgaben, Dokumente, Chronologien und weitere Verknüpfungen.
Aber genau diese Ebene möchte ich nicht zum Mittelpunkt machen.
Entscheidend ist für mich nicht, wie viele Funktionen ein System besitzt.
Entscheidend ist, ob es im richtigen Moment Klarheit schafft.
Vom Informationsraum zum Arbeitsraum
Der Acta Navigator ist aktuell als Demo online und wird weiterentwickelt.
Für mich zeigt er exemplarisch, wie Tessumo digitale Arbeitssysteme denkt:
nicht vom Menü,
nicht von der Funktionsliste
und nicht vom Datenmodell aus,
sondern vom tatsächlichen Arbeitsprozess.
Die Frage lautet nicht zuerst:
Was kann die Software alles?
Sondern:
Was braucht der Mensch jetzt, um sinnvoll weiterarbeiten zu können?
Genau darin liegt für mich das Tessumo-Prinzip.
Nicht mehr sehen. Besser entscheiden.
Und am Ende bleibt immer dieselbe Frage:
Was braucht jetzt meine Aufmerksamkeit?
Ein Einblick in die Demo und die dahinterliegende Systemlogik.
